Sind Blogs noch relevant Teaser

Sind Blogs heute noch relevant?

Vor einigen Tagen bin ich auf einen Blogartikel von Henning gestoßen. In der Headline stellt sich die Frage, ob Blog oder Schrott? Da habe ich gelesen, dass es dazu noch eine Blogparade von Maike Leopold gibt. Ich folge ihr schon lange, doch dies ist mir leider durchgerutscht. Dazu gibt es ein interessantes Hashtag: #liveloveblog

Wer liest heute noch einen Blog?

In meinem Berufsalltag begegnet mir immer wieder die Frage, wer denn Texte auf einer Webseite lesen sollte. Das tut doch niemand, denn alle haben keine Zeit mehr. Ich argumentiere gern dagegen und berufe mich auf die Zahlen aus den Webseiten, in die ich immer wieder Einblick bekomme.

Vor kurzem durfte in ein Eigenheim umziehen. Den Bau haben ich gemeinsam mit meiner Partnerin in einem Hausbaublog dokumentiert. Was als kleiner Blog begann, hat mittlerweile eine wirklich große Reichweite bekommen.

In den Beiträgen geben wir unser Wissen und Erfahrungen an anderen Bauherren weiter. Wer ein Einfamilienhaus bauen lässt, der tut das oft nur einmal. Das Risiko ist groß und es kostet eine Menge Geld. Wenige haben viel Erfahrung und es gibt wirklich viele Fragen zu beantworten. Daher können wir vielleicht dem einen oder anderen Helfen.

An dieser Stelle möchte ich euch ein paar Zahlen für das Jahr 2020 offenlegen:

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  • Nutzer: 59.200
  • Seitenaufrufe: 104.000
  • Durchschnittliche Zeit auf einer Seite: 03:39

Das hat uns umgehauen. Viele Besucher kamen über die Google Suche auf unseren Blog. Dabei findet auch ein Austausch mit den Lesern statt. Dieser Beitrag hat mehr als 200 Kommentare.

Besucherzahlen aus 2020 - ein Blog ist auch heute noch relevant
Besucherzahlen aus 2020 – ein Blog ist auch heute noch relevant

Aus unserer Sicht können wir also feststellen: Ja, auch heute werden Blogs noch gelesen.

Unser Antrieb ist es auch weiterhin, die vielen Informationen und das Wissen weiterzugeben. Es macht auch einfach Spaß, mit anderen Bloggern in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Dabei lernen wir stetig etwas Neues.

Welchen Vorteil bringt uns das Bloggen?

So ein Blog bringt uns erst mal keine direkten Vorteile. Wir verdienen damit kein Geld und bekommen von Unternehmen keine tollen Produkte zugeschickt. Das wollen wir auch nicht, denn das war nicht das Ziel unseres Blogs.

Es bringt uns den Spaß, mit unseren Lesern, anderen Bloggern und anderen Instagrammern im Austausch zu sein. Wir erfahren neue Dinge und von der Erfahrung der anderen profitieren.

Manchmal ist es auch schon ein „Danke“ von einem Leser, wenn man ihm noch eine E-Mail geschrieben hat um eine Frage zu beantworten.

Wie halten wir den Blog lebendig?

Wenn ich ehrlich bin, dann ist dieser Blog zu Zeit nicht mehr so lebendig, wie es eigentlich sein sollte. Ihr wisst ja jetzt, dass der Hausbau viel Zeit gefordert hat. Auch nach unserem Umzug hatte ich wenig Lust, zu bloggen. Ich brauchte erst mal ein bisschen Ruhe.

Wo wir jetzt wieder im Lockdown sind und ich neben der Arbeit im Homeoffice, Einkaufen und Spaziergängen das Haus nicht verlasse, da komme ich auch wieder mehr zum Bloggen.

Allein dieses Jahr haben wir fünf Beiträge veröffentlicht. Also Vollgas ins neue Jahr. Dazu haben wir noch viele Themen in der Schublade. Zurzeit haben wir einen Lauf und da wollen wir dranbleiben. Wenn die Gartensaison los geht, dann werden wir sicher auch wieder weniger Zeit zum Bloggen haben.

Blog vs Social Media?

Eine spannende Diskussion, die sich mir auch im beruflichen Alltag immer wieder begegnet. „Wir haben einen tollen Kanal auf Instagram, Twitter, LinkedIn oder auf einer anderen Plattform. Einen Blog brauchen wir nicht mehr.“

Ich kann die Denkweise nachvollziehen. Eine Social Media Plattform macht es einem einfach. Man muss sich nur um die Inhalte kümmern, die Menschen sind schon auf der Plattform. Bei einem Blog muss ich die Leser erstmal auf meine Plattform bekommen.

Ich sehe es immer so, dass ein Blog „meine Plattform“ ist. Wenn ich nicht gegen Gesetze verstoße, dann mache ich die Spielregeln. Ich entscheide, welche Beiträge veröffentlicht werden und welche Beiträge nicht erscheinen. Es obliegt mir das Layout festzulegen und alles was hier so passiert.

Das heißt natürlich, dass für mich der Aufwand auch größer ist. Es gibt ein Hosting und ich muss den Hoster bezahlen. Auf Facebook kann ich die Plattform „kostenlos“ nutzen. Wenn etwas kostenlos ist, dann solltet man immer im Hinterkopf haben, wer dann das Produkt ist. 😉

Ich verweise an dieser Stelle gern auf den älteren Beitrag von Sascha Lobo: Euer Internet ist nur geborgt Auch er vertritt in diesem Artikel die Meinung, dass man eine eigene Webseite braucht, wenn man sich wirklich frei im Internet bewegen will.

An dieser Stelle will ich keine gesellschaftliche Diskussion starten, das würde zu weit führen.

Für heißt es am Ende Blog und Social Media. Auf dem Blog veröffentlichen wir die langen und ausführlichen Beiträge. In den sozialen Netzwerken gibt es kurze Snippets, Beiträge von anderen Seiten oder kommunizieren. Beides ist wichtig und beide profitieren voneinander. So sehe ich das Blog und Social Media-Thema.

Blogs für B2B?

Auch im B2B-Bereich haben Blogs eine Relevanz. Neben den klassischen Medien nutzen viele Unternehmen digitale Angebote, um ihre Kunden zu informieren.

73% aller Entscheider nutzen die digitalen Angebote von Unternehmen bei ihrer Entscheidungsfindung. Die Zahl habe ich bei Quivendo gefunden. Ob die Unternehmen das Ganze dann Blog oder Magazin nennen, das ist eigentlich unerheblich.

Dabei muss man sich nicht nur auf Texte fokussieren. Es können auch Videos oder Podcasts sein. Hier ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Fazit – warum Blogs auch heute noch relevant sind

Wenn man bedenkt, dass der erste Blog wohl im Jahr 1990 durch den Erfinder des Internets, Tim Bernes Lee, online ging, dann ist dies wirklich ein sehr altes Medium. Damals gab es noch nicht mal den Begriff Blog oder Weblog.

Das CMS WordPress, früher mal als reines Blog CMS gestartet, hat heute einen Marktanteil von 63,8% aller Content Management Systeme weltweit. Auch wenn nicht alle Webseiten die damit gebaut wurden einen Blog enthalten, so ist dies doch eine beachtliche Verbreitung.

Mitte der 90er Jahre entstanden dann immer Online-Tagebücher. Heute ist ein Blog wesentlich mehr als ein einfaches Tagebuch. Ich bin gespannt, wie sich Blogs auch in den kommenden Jahren weiterentwickeln.  

Es liegt an uns, auch weiterhin großartige Blogs zu erstellen, zu betreiben und zu pflegen. Das Internet bietet uns allen die Chance, nicht nur zu konsumieren, sondern auch zu gestalten. Dies ist eine großartige Möglichkeit, welche wir auch wahrnehmen sollten.

5 Kommentare zu „Sind Blogs heute noch relevant?“

  1. Hallo Matthias,

    danke für die Erwähnung und den Artikel insgesamt. Ich hatte ja erst gedacht, dass du gar nicht mehr in diesem Blog rumschreibst. Kein Wunder, der letzte Artikel ist ja auch büschen lang her. Aber das ist ja eigentlich auch gar nicht so das Schlimme an Blogs.

    Nein, du hast vollkommen Recht. Blogs haben nach wie vor ihre Daseinsberechtigung und ihren Stellenwert. Gleichwohl hat sich das Bloggen an sich verändert. So, wie du es beschreibst, ist das tatsächlich. Ich zelebriere das ja auch. Meine eigenen Gedanken im Blog, wenn ich mich lang und breit auslassen muss. Leseempfehlungen und kurze Gedanken in die SoMes.

    Viele Grüße
    Henning

  2. Pingback: Das Blog - ein Medium von gestern? #Blogparade #liveloveblog

  3. Hallo Matthias,
    “Eine Social Media Plattform macht es einem einfach. Man muss sich nur um die Inhalte kümmern, die Menschen sind schon auf der Plattform. Bei einem Blog muss ich die Leser erstmal auf meine Plattform bekommen.” Ja, das ist es leider, worum wir kämpfen müssen – die Abwanderung der Leser auf die sozialen Netzwerke. Aktuell ist es sicher schwer. Corona verändert in uns allen die Psyche – macht uns depressive. Da konsumiert man wohl lieber Videos von Katzen, die versuchen einen Fisch auf dem Laptop-Bildschirmschoner zu fangen.
    Und natürlich stimmt auch, dass Blogs immer mehr die Funktionen der sozialen Netzwerke übernehmen können – auch die Design-Möglichkeiten sind dank immer umfangreichere Frameworks grenzenlos. Es setzt natürlich voraus, dass man sich damit befasst – das ist aber eben weit über das verwenden der WP Standard-Themes hinaus.
    Ich wünsche Dir jedenfalls weiter noch viel Spass beim bloggen!
    CU
    Peter

  4. Schöne Einblicke, ich lese auch sehr gerne noch Blogbeiträge, trotz dass ich auch ein intensiver Social Media Nutzer bin. Blogs werden oft mit deutlich mehr Herzblut betrieben und es stehen einem natürlich viel mehr Zeichen zur Verfügung, das Thema in Worte zu fassen.

    Wer keine Lust mehr auf Blogs hat, der soll eben gehen, weniger Konkurrenz ;)

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